Die Kelten

von Lilly | 18.01.24 |

Geschichte | Geschichte Gesellschaft

Die Kelten zählen zu den faszinierendsten und zugleich geheimnisvollsten Völkern der europäischen Frühgeschichte. Ihre Spuren finden sich über einen großen Teil des europäischen Kontinents verstreut, wo sie vom ersten Jahrtausend v. Chr. bis weit in die Römerzeit hinein eine bedeutende Kultur ausprägten. Ihre Hinterlassenschaften geben uns bis heute Rätsel auf und sind Gegenstand zahlreicher wissenschaftlicher Forschungen. In diesem Artikel werden die Ursprünge, die kulturellen Errungenschaften und das Vermächtnis der Kelten beleuchtet.

Ursprünge und Verbreitung der Kelten

Die ethnische und kulturelle Zugehörigkeit der Kelten ist bis heute Gegenstand wissenschaftlicher Debatten. Als keltisch werden gemeinhin die Völker bezeichnet, die in der Eisenzeit eine Gruppe verwandter Sprachen sprachen, die zur indogermanischen Sprachfamilie gehören. Sie siedelten vor allem in den Gebieten des heutigen Frankreichs, der britischen Inseln, Teile Spaniens und Portugals, Mitteleuropas sowie des Balkans. Die frühesten Zeugnisse keltischer Kultur stammen aus dem Gebiet der Hallstatt-Kultur (ca. 800 bis 480 v. Chr.), benannt nach einer Fundstätte in Österreich. Es folgte die La-Tène-Kultur (ab dem 5. Jahrhundert v. Chr.), die einen kunstvollen Stil in der Metallverarbeitung und anderen Handwerkskünsten entwickelte, und die als typisch keltisch betrachtet wird. Mit fortschreitender Zeit expandierten die Kelten durch Wanderungsbewegungen, Handel und teilweise auch militärische Eroberungen.

Kulturelle Errungenschaften

Die Kelten waren nicht nur fähige Krieger, sondern auch ausgezeichnete Handwerker und Künstler. Ihre Fertigkeiten im Umgang mit Metall waren besonders hoch entwickelt. Sie schufen eindrucksvolle Schmuckstücke, Waffen und rituelle Gegenstände. Die keltische Kunst zeichnet sich durch komplexe ornamentale Muster und Spiralformen aus, die sich in vielen ihrer Artefakte wiederfinden. In der Gesellschaftsstruktur hatten die Kelten ein Klassensystem, welches aus den Oberschichten der Krieger und Adligen, den Druiden als geistige und rechtliche Autorität sowie der breiten Masse der freien Bauern und Handwerker bestand. Die Druiden spielten eine zentrale Rolle in der keltischen Kultur, da sie nicht nur für religiöse Rituale zuständig waren, sondern auch als Richter, Lehrer und Bewahrer des Wissens galten.

Religion und Mythologie

Die keltische Religion war polytheistisch und verfügte über eine Vielzahl von Göttern und Göttinnen, denen bestimmte natürliche Phänomene oder Aspekte des Lebens zugeordnet waren. Die Verehrung fand häufig in natürlichen Heiligtümern statt, wie Quellen, Bäumen oder Hügeln. Opferrituale, darunter auch Tieropfer, waren ein zentrales Element der keltischen Frömmigkeit. Die keltische Mythologie ist größtenteils durch spätere Überlieferungen wie die irischen und walisischen Sagenzyklen bekannt. Obwohl diese Texte aus einer Zeit nach der Christianisierung stammen und daher von christlichen Vorstellungen beeinflusst sein könnten, geben sie wertvolle Einblicke in die Weltanschauung, Heldenepen und die Götterwelt der Kelten.

Vermächtnis und Nachwirkungen

Trotz des Untergangs der keltischen Stämme als politische Mächte im Zuge der römischen Expansion und später durch Germanen und Slawen, lebt ihr kulturelles Erbe fort. In Regionen wie Irland, Schottland, Wales und der Bretagne sind keltische Sprachen und Traditionen bis in die moderne Zeit lebendig geblieben. Festlichkeiten wie das irische Samhain, das zum modernen Halloween führte, oder das walisische Eisteddfod, ein Festival der Literatur, Musik und Performances, sind nur zwei Beispiele für Traditionen mit keltischen Wurzeln. Auch in der Populärkultur finden sich zahlreiche Bezüge auf die Kelten. Ihre Symbole, Mythen und Geschichte inspirieren weiterhin Kunst, Literatur, Musik und Film. Die moderne Rezeption der Kelten spiegelt sich auch in der Neo-Druiden-Bewegung wider, die sich an altertümlichen Bräuchen orientiert, dabei jedoch oft neureligiöse Elemente integriert.

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